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Pressemeldung: : „Energiewende ist Unabhängigkeit plus Wertschöpfung Made in Germany.“

35 Millionen Euro. Soviel Geld fließt jedes Jahr aus Ansbach ins Ausland für den Import von Öl, Gas und Kohle. Diesen Betrag nannte der Wirtschaftsgeograph Dr. Franz Hitzelsberger in seinem Vortrag „Wie Ansbach von der Energiewende profitiert“ beim ödp-Infotreff am 12. Januar. Dieser Betrag könnte in der Region verbleiben, wenn importierte fossile Energie durch regionale erneuerbare Energien ersetzt wird.

Hitzelsberger, der hauptberuflich bei der Energieregion Nürnberg für die Energiewende in Nordbayern tätig ist, nannte als größte Vorteile der Energiewende Unabhängigkeit, Krisensicherheit, die Förderung des ländlichen Raums, Arbeitsplätze, Wertschöpfung, sowie Investitionen in Zukunftstechnologie.

„Mit fossilen Energien sind wir Deutsche abhängig von Erpressern wie Putin oder Trump.“ Würde wieder Erdgas aus Russland gekauft werden, wie von vielen Politikern aus dem rechten und linken Spektrum gefordert, so wäre das seiner Ansicht nach ein Verrat an Deutschland. „Wir würden die deutschen Mieter und Unternehmen wie vor 2022 der Erpressbarkeit durch Russland ausliefern. Unser Geld würde wieder in die russische Armee fließen. In die gleiche Armee, vor der in Litauen stationierte deutsche Soldaten Europa schützen. Energiepolitik ist auch Sicherheitspolitik.“

Erfahrungen aus der Ukraine zeigten, dass erneuerbare Energieerzeugungsanlagen wie PV-Anlagen und Windräder viel weniger angreifbar und viel leichter zu reparieren sind als Großkraftwerke. „Diesen Aspekt gilt es auch in Ansbach zu berücksichtigen. Die Energieversorgung der kritischen Infrastruktur wie des Krankenhauses sollte auf erneuerbare Energien umgestellt werden.“

Für die deutsche – und damit auch Ansbacher – Wirtschaft sah der Referent große Vorteile durch die Energiewende. „In die weltweite Energiewende werden jedes Jahr mehrere Billionen Euro investiert. Das ist ein riesiger Markt für die deutsche Industrie, welche bei der dazugehörigen Technik die Nr. 1 in der Welt ist.“ Deutsche Unternehmen würden nahezu alle Leitmessen der Energiebranche dominieren. Gleichzeitig würden in den Betrieben dieser Branchen rund eine halbe Million Arbeitskräfte fehlen.

„Ein enormer Vorteil für die Unternehmen ist, dass sie mit den erneuerbaren Energien ihre Energieversorgung selbst in die Hand nehmen können,“ betonte Hitzelsberger. „Damit haben sie konkurrenzlos billige Energie und Krisensicherheit.“ Das gehe von PV-Anlage auf dem kleinen Handwerksbetrieb bis zu BASF mit seinem 1,6 Gigawatt Windpark.

Die größte Herausforderung stellt nach Ansicht des Referenten die saisonale Strom- und Wärmespeicherung dar. „Im Sommer produzieren die PV-Anlagen viel mehr Strom als wir benötigen, so dass viele Anlagen abgeregelt werden müssen. Im Winter fehlen hingegen Strom und Wärme. Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir die Sommerenergie in den Winter bekommen, z.B. über Wasserstoff.“

Für Ansbach wünschte sich Hitzelsberger v.a. ein Businesskonzept der Stadtwerke für die Nach-Gas-Zeit mit eigenen Energieerzeugungs- und Speicheranlagen, sowie ein Wärmekonzept für Außenbereiche und Innenstadt unter Einbeziehung aller Wärmequellen wie industrielle Abwärme, Abwasser, Biogas, oberflächennahe Geothermie und Biomasse.

Bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen plädierte er dafür, nur noch E- oder Wasserstofffahrzeuge anzuschaffen. „Jedes neue Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist ein langfristiger Verlust an deutscher Wertschöpfung für den Treibstoffimport.“

Abschließend fasste Dr. Hitzelsberger die Bedeutung der Energiewende für Deutschland und damit Ansbach in einer kurzen Formel zusammen: „Energiewende ist Unabhängigkeit plus Wertschöpfung Made in Germany.“