Günther Brendle Benisch mit Ingrid Malecha und Maria Hetzel
www.youtube.com/watch?v=S9URy55u6bw&feature=youtu.be
 

Angelika Demmerschmidt sprach in Herrieden im Rahmen der Kampagne „Klaus graust`s“ des ÖDP-Europaabgeordneten Prof. Dr. Klaus Buchner über die Gefahren durch antibiotikaresistente Keime

Demmerschmidt: „Agroindustrielle Tierhaltung ist wesentliche Brutstätte für antibiotikaresistente Keime“

Über die Gefahren durch den Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung und die steigende Zahl von Antibiotikaresistenzen sprach Angelika Demmerschmidt, Referentin für Kommunikation und Medien des Europaabgeordneten Prof. Dr. Klaus Buchner bei ihrem Vortrag in Herrieden.

So führt die breite Anwendung von Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung zu einer steigenden Zahl von multiresistenten Keimen, den sogenannten Krankenhauskeimen. Diese multiresistenten Keime werden in Besorgnis erregendem Ausmaß auf den Menschen übertragen. Dadurch werden unsere Antibiotika zunehmend wirkungslos“, so Demmerschmidt.

Jedes Jahr sterben weltweit – in steigendem Maße – Menschen an Infektionen, weil Antibiotika nicht mehr wirken. Wenn gegen diesen Umstand nicht schnellstens etwas unternommen wird, könnten nach einer Studie des Universitätsklinikums Berliner Charité im Jahr 2050 weltweit mehr Menschen an Antibiotikaresistenzen sterben als an Krebs. Das wäre die Rückkehr ins medizinische Mittelalter.

„In der Massentierhaltung werden große Mengen Antibiotika vorbeugend eingesetzt. Wegen der nicht artgerechten Tierhaltung würden die Tiere ansonsten krank werden. Die dadurch entstehenden multiresistenten Keime gelangen über die Gülle auf die Felder und damit auch in den Wasserkreislauf klärt die Referentin auf. Ein Mensch, der mit dem Keim besiedelt ist, zeigt in der Regel keine Krankheitssymptome. Überträgt er jedoch diesen Keim auf einen kranken oder geschwächten Menschen, führen solche Infektionen immer häufiger zu Multiorganversagen mit Todesfolge.

Demmerschmidt weist auf die Warnungen des Europaabgeordneten hin, dass durch die geplanten Freihandelsabkommen weitere Millionen Tonnen billiges Massenfleisch aus industrialisierter Tierhaltung auf den europäischen Markt käme. Durch dieses minderwertige, aber billige Fleisch steigt der Druck auf unsere Landwirte. Auch sie werden gezwungen verstärkt auf Quantität statt auf Qualität zu setzen und immer billiger zu produzieren.

Die Referentin unterstreicht, dass Prof. Buchner ein Umdenken in Politik und Gesellschaft fordert. „Wir müssen wegkommen von der industriellen Landwirtschaft. Als Sofortmaßnahme muss es  ein Verbot von Reserve-Antibiotika in der industriellen Massentierhaltung geben. Es dürfen keine Antibiotika vorbeugend an gesunde Tiere verabreicht werden. Stattdessen müssen wir uns wieder der artgerechten Tierhaltung zuwenden“.

Dabei kann der Begriff der Massentierhaltung nicht an Zahlen festgemacht werden. Entscheidend sind die Haltungsbedingungen für die Tiere und wie intensiv die Landwirtschaft betrieben wird.

Die Landwirte müssen für ihre Produkte gerechte Preise bekommen, damit sie wieder mehr auf Qualität achten können. Dabei machen die nachprüfbaren Inhaltsstoffe nur einen Teil der Qualität aus. Weitere wichtige Faktoren sind die Regionalität der Tierhaltung und der Futtererzeugung, angepasste und überschaubare Strukturen der Betriebe, die Umweltbelastung der gesamten Produktionskette und die Tiergerechtigkeit der Haltung. Dies muss für den Verbraucher erkennbar sein und sich in einem gerechten Preis für den Landwirt niederschlagen. In der anschließend geführten lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass sich die Kampagne weniger an die regionale, familienbetriebene Landwirtschaft richtet sondern vielmehr an große industriell geprägte Betriebe. Verbraucherschutz und Käuferverhalten bilden dabei weitere wichtige Aspekte.

Vortrag von Jürgen Grässlin

Einige Zitate:

Alle 13 Minuten stirbt ein Mensch durch Waffen von Heckler und Koch!

Deutschland steht auf Platz 3 bei Rüstungsexporten!

Bayern hat in der BRD einen Anteil von 55 % bei Rüstungsexporten!

 

 

Besichtigung des NorA-Bürgerwindparks in Flachslanden-Birkenfels

Windenergie ist auch in unserer Region produktiv und rentabel. Das war ein Fazit, dass die Teilnehmer aus der Besichtigung des NorA-Bürgerwindparks in Flachslanden-Birkenfels zogen.

Der Bundestagsdirektkandidat der ÖDP, Günther Brendle-Behnisch informierte sich zusammen mit den Kreisrätinnen Heidi Schilling und Maria Hetzel und dem Kreisvorsitzenden Martin Berberich vor Ort über den Bürgerwindpark, der im April 2016 eingeweiht wurde. Herr Reinhold Zeilinger, Planer und einer der beiden Geschäftsführer der NorA-Bürgerwind GmbH und Co. KG, erläuterte neben den technischen Daten auch die Entstehungsgeschichte der Windkraftanlagen. Bereits im Jahr 2011 entstand- nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie – die Idee für Windanlagen im Gemeindegebiet Flachslanden. Nachdem die Planungen weit fortgeschritten waren, stoppte Ministerpräsident Horst Seehofer das Projekt. Der Staatsforst durfte dafür nicht zur Verfügung gestellt werden. Auch durch den parteiübergreifenden Einsatz der örtlichen Abgeordneten konnten die Windkraftanlagen dann doch auf diesem Gebiet entstehen. Durch die gute Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger konnten problemlos ein Drittel der Gesamtkosten, die sich auf knapp 16 Mio. Euro beliefen, aus Eigenkapital gedeckt werden. An der Kommanditgesellschaft sind die Gemeinden Flachslanden, Lehrberg, Rügland, Weihenzell und Oberdachstetten und 220 Bürgerinnen und Bürger aus diesen Gemeinden beteiligt. Die Teilnehmer der ÖDP begrüßten es sehr, dass bei diesem Bürgerwindpark die Wertschöpfung in der Region bleibt und nicht große Konzerne davon profitieren. Mit Energie in Bürgerhand kann mit einem sinnvollen Energiemix aus Sonne, Wind und Biogas die dezentrale Energiewende gelingen. Leider wird das derzeit auch durch die Änderung des Energie-Einspeisegesetzes verhindert, bedauerte Günther Brendle-Behnisch.

Die Windkraftanlagen wurden im Dezember 2015 in Betrieb genommen. Im Jahr 2016 wurden 19,3 Mio. KW Strom produziert. Die angesetzten 19,7 Mio. KW konnten wegen eines Defekts in den Flügeln nicht erreicht werden. Der Ausfall wird vom Hersteller ersetzt und die Flügel wurden repariert und werden noch komplett ausgetauscht. Im Jahr 2017 wurden bis jetzt bereits 80 % der angesetzten Strommenge produziert. Das heißt, die Windkraftanlagen haben sich bisher als sehr rentabel für alle Beteiligten und auch für unsere Umwelt erwiesen. Dabei werden die Anlagen derzeit noch bei Einbruch der Dunkelheit zum Schutz der Fledermäuse abgeschaltet. Es wird momentan ein Fledermaus-Monitoring durchgeführt um festzustellen ab welcher Windstärke die Fledermäuse nicht fliegen. Erst nach längerer Beobachtungszeit und gründlicher Auswertung des Monitorings kann entschieden werden, ob bei stärkerem Wind die Anlagen nach Einbruch der Dunkelheit in Betrieb bleiben können. Den Betreibern des Bürgerwindparks ist ein Anliegen, die Eingriffe in die Natur möglichst gering zu halten.